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Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

Seit dem 1. August 2016 gelten die neuen Regeln beim Aufstiegs-Bafög – bisher bekannt als Meister-Bafög. Der Kreis der Förderberechtigten wird deutlich erweitert. Zudem gibt es mehr Geld und die Freibeträge werden angehoben.

Das bisherige Meister-Bafög konnten vor allem Handwerksgesellen und Fachkräfte beantragen, um einen Meistertitel zu erlangen oder sich zu Fachwirten, Technikern oder Erziehern weiterzubilden. Künftig profitieren mehr Aufstiegswillige von der Förderung. Seit dem 1. August können auch alle, die beispielsweise einen Bachelorabschluss haben, die Fördergelder für eine Aufstiegsfortbildung nutzen, und zwar unabhängig vom Einkommen und vom Alter. Das Aufstiegs-Bafög kann für über 700 Fortbildungsziele beantragt werden. Dabei ist es egal, ob die Fortbildung in Vollzeit oder Teilzeit stattfindet und ob sie als Präsenz-, Fernunterricht oder als mediengestützter Unterricht ausgestaltet ist.

Die Förderbeiträge für den Lebensunterhalt und die Lehrgangskosten, die Zuschläge für die Kinderbetreuung sowie der sogenannte Erfolgsbonus steigen deutlich. Bei den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren steigt der Zuschussanteil beispielsweise von 30,5 auf 40 Prozent. Und wurden bei einer erfolgreich abgelegten Prüfung bisher 25 Prozent des Darlehens für Prüfungs- und Lehrgangsgebühren erlassen, werden es künftig 40 Prozent sein.

Beispiel Industriemeister-Lehrgang: Bei Gebühren in Höhe von 4.710 € (ohne Literatur) bedeutet das Zuschuss von 1.884 € und ein Darlehenserlass bei bestandener Prüfung von 1.230 €.
(verbleibende Teilnehmergebühren 1.845 €, Ersparnis 3.115 €)

Beispiel Fachwirt-Lehrgang: Bei Gebühren in Höhe von 2.190 € (ohne Literatur) bedeutet das einen Zuschuss von 876 € und ein Darlehenserlass bei bestandener Prüfung von 585 €.
(verbleibende Teilnehmergebühren 878 €, Ersparnis 1.462 €)

Zudem wird die Förderung für Studienabbrecher und Bachelor-Absolventen geöffnet, die nach ihrer Zeit an Uni oder FH eine Fachwirt- oder eine Industriemeister-Ausbildung anschließen wollen und dafür bisher kein Bafög erhalten konnten.

Nähere Informationen finden Sie unter www.meister-bafoeg.info.

Begabtenförderung berufliche Bildung

Die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB) führt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Begabtenförderungsprogramm der Bundesregierung durch. Die Zuschüsse zu den Kosten können für fachbezogene berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen und Maßnahmen zur beruflichen Aufstiegsförderung gewährt werden. Der Besuch von Weiterbildungsmaßnahmen in Vollzeitform kann gefördert werden, wenn die Stipendiaten dafür beurlaubt oder freigestellt sind. Über die Förderdauer von bis zu drei Jahren hinweg können Zuschüsse von jährlich bis zu 1.700 € gezahlt werden, in den drei Jahren insgesamt bis zu 5.100 €. Dabei ist ein Eigenanteil von 20 % der Kosten, höchstens jedoch 180 € pro Förderjahr zu tragen. Die Förderung wird unabhängig von der Höhe des Einkommens und Vermögens der Stipendiaten geleistet. Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Begabtenförderung besteht nicht.

Für das Stipendium bewerben können sich Absolventen einer dualen Berufsausbildung, die bei der Abschlussprüfung mindestens 87 Punkte oder eine Durchschnittsnote von 1,9 erreicht haben. Möglich ist die Bewerbung auch, wenn ein besonderes Ergebnis bei einem Leistungswettbewerb oder ein begründeter Vorschlag von Arbeitgeber oder Berufsschule vorliegt. Des Weiteren müssen die Bewerber beschäftigt oder arbeitsuchend gemeldet und zum Aufnahmezeitpunkt jünger als 25 Jahre alt sein. Auf die Altersgrenze sind Anrechnungszeiten wie z.B. Mutterschutz, Elternzeit, Grundwehr-/Zivildienst und ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr von bis zu 3 Jahren möglich.

Die benötigen Bewerbungsunterlagen erhalten Sie je nach Berufsausbildung bei der für Sie zuständigen Stelle, z. B. Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Ärztekammer, Notarkammer, etc. Weitere Informationen finden Sie unter www.begabtenfoerderung.de.

Bildungsprämie

Die Förderung umfasst 50 Prozent der Kurskosten, max. 500 EUR. Sie wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Ausführliche Informationen finden Sie unter: www.bildungspraemie.info.

Bildungsscheck NRW

Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase ist das Förderangebot des Bildungsschecks umgestaltet worden, der die Eigenverantwortlichkeit der Betriebe und der Beschäftigten für berufliche Weiterbildung unterstreichen soll. Die Förderung umfasst 50 Prozent der Kurskosten, max. 500 EUR. Unter Berücksichtigung der begrenzt zur Verfügung stehenden Fördermittel und des Vorrangs der Bildungsprämie des Bundes konzentriert sich der Bildungsscheck in NRW auf besonders nachhaltige berufliche Weiterbildungsmaßnahmen.

Der Bildungsscheck 2015 richtet sich besonders an Zugewanderte, Un- und Angelernte, Beschäftigte ohne Berufsabschluss und Berufsrückkehrende.Es können aber auch viele Beschäftigte gefördert  werden, die nicht zu diesen Gruppen gehören, daher lohnt es sich in jedem Fall, bei einer Beratungsstelle nachzufragen. Auch Unternehmen mit unter 250 Beschäftigten können Bildungsschecks für ihre Mitarbeiter erhalten. 

Über 200 Anlaufstellen bei Wirtschaftsorganisationen, Kammern und kommunalen Wirtschaftsförderungen sowie Volkshochschulen stehen den Beschäftigten und Unternehmen für Fragen zur Verfügung.

Damit sich Ihre Investition in Weiterbildung auch lohnt, ist eine klare Analyse und ausführliche Beratung nötig.

Folgende Beratungsstellen in Essen informieren Sie:

Essener Unternehmensverband e.V.
Christiane Schuld
Tel: 0201 81004-547
E-Mail: christiane.schuld@bcw-gruppe.de

Stadt Essen Volkshochschule
Brigitte Gareis
Tel: 0201 88 43204
E-Mail: tom.deussen@vhs.essen.de

W.I.R. e.V. Weiterbildung im Revier
Daniela Hüchtemann
Tel: 0201 181 8780
E-Mail: info@wirev.de

Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Marie-Theres Simon
Tel: 0203 2821-208
E-Mail: simon@niederrhein.ihk.de

Weitere Beratungsstellen in Ihrer Nähe und Informationen erhalten Sie auch unter www.bildungsscheck.nrw.de

Eigenfinanzierung

Bei der Eigenfinanzierung tragen Sie die Lehrgangsgebühren selbst. Das BildungsCentrum der Wirtschaft bietet jedoch die Möglichkeit, die Gebühren in monatlichen Raten zu zahlen.

Förderung durch das Finanzamt/ Steuerliche Absetzbarkeit

Nach dem Grundsatzurteil des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2002 sind die Aufwendungen für Fort- und Weiterbildungen sowie für Umschulungen als Werbungskosten absetzbar. Teilnehmer an Weiterbildungen oder Studiengängen können die Studiengebühren in vollem Umfang als Werbungskosten geltend machen, wenn sie nachweisen können, dass die Maßnahme beruflich veranlasst ist.

Voraussetzung ist lediglich, dass die Bildungsmaßnahme in einem objektiven Zusammenhang mit dem Beruf steht und Aufwendungen subjektiv zur Förderung des Berufes getätigt werden. Dabei ist ausreichend, dass die Aufgaben den Beruf des Arbeitnehmers im weitesten Sinne fördern. Diese berufliche Veranlassung kann jedweder berufsbezogenen Weiterbildung erfüllt sein.

Daraus ergeben sich im Einzelfall erhebliche Steuereinsparungen, die die Weiterbildung neben dem Beruf wirtschaftlich noch attraktiver machen. Das entsprechende Urteil finden Sie unter dem Aktenzeichen "BFH-Urteil vom 17.12.2002 Akt.Z. VI R 137/01". In welcher Höhe diese Abzüge bei der Ermittlung Ihres zu versteuernden Einkommens Berücksichtigung finden, hängt vom Einzelfall ab. Zur Beantwortung dieser Frage bitten wir Sie darum, sich an Ihr zuständiges Finanzamt oder Ihren Steuerberater zu wenden.

Rehabilitation

Eine Erkrankung verhindert, dass die erlernte Tätigkeit weiterhin ausgeübt werden kann? Dann kann eine Förderung durch die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung (z.B. BfA, LVA) oder durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen (Berufsgenossenschaft) in Frage kommen.

Gerne beraten wir Sie in dieser Frage: Frau Schuld, Tel. 0201 81004-366.